Konzertanküdigung im Weser Kurier - 18.08.2013

City Lights - Stummfilmbegleitung mit dem LJO

Der Stummfilmklassiker von Charlie Chaplin "City Lights" - in Deutschland bekannt als "Lichter der Großstadt" - gedreht 1931 von und mit Charlie Chaplin behandelt die großen Themen soziale Ungerechtigkeit und die Vergeblichkeit der Liebe. Das Geschehen schwankt zwischen großartiger Komik und berührender Sentimentalität.

Datum: Freitag, 23. August 2013
Vorstellungen um 17.00 Uhr und 20.30 Uhr
Ort: BLG-Forum Bremen
Infos & Vorverkauf: City 46 in Bremen


Zur Musik:
Mit der Unterstützung von Arthur Johnston als Arrangeur und Alfred Newman als musikalischem Direktor hat Chaplin für Lichter der Großstadt seine erste eigens komponierte Filmmusik vorgelegt. Die verschiedenen Musikeinsätze folgen der episodischen Struktur des Films, so dass jede große Szene ihre eigene musikalische Nummer erhält. Dabei wendet Chaplin zwei Gestaltungsprinzipien an: Mal fängt die Musik lediglich die Grundstimmung der jeweiligen Szene ein, mal bedient sich der Komponist intensiv des Mickeymousings, um Vorgänge detailreich zu beschreiben und die Komik zu schärfen. Viele der untermalenden Stücke erinnern mit ihren einfachen, pendelnden Begleitstimmen an Zirkusmusik und unterstreichen mit walzerähnlichen Tanzrhythmen nicht nur den Puls der Großstadt, sondern auch das Tänzerische zahlreicher Einlagen Chaplins. Auffällig an der musikalischen Gestaltung sind die verschiedenen Tempi und Ausdruckscharaktere der Musik, die ebenso schnell – von tief melancholisch bis freudig erregt – wechseln wie die Stimmungslagen der Protagonisten. Besonders bemerkenswert an Chaplins durchkomponierter Filmmusik sind die gezielt platzierten musikalischen Pausen, die stets entscheidende Momente hervorheben und die Intensität der Emotionen steigern. In der an Giacomo Puccinis Madame Butterfly (1904) angelehnten Schlussmusik lässt Chaplin noch einmal die Ergriffenheit, aber auch den Schmerz der Protagonisten über die scheinbar unüberbrückbaren sozialen Differenzen spürbar werden.

Zum Film:
Die Honoratioren der Stadt, die zur Enthüllungsfeier des Denkmals 'Frieden und Wohlstand' zusammengekommen sind, trauen ihren Augen nicht, als das Tuch fällt: Charlie, der arme Tramp, hat hier einen Ruheplatz gefunden. Unsanft wird er geweckt und stolpert davon - in ein neues Verwechslungsspiel. Ein blindes Blumenmädchen hält ihn für einen Millionär. Der Millionär wiederum ist betrunken und des Lebens müde, wird aber vom großen Humanisten Charlie gerettet. In nüchternem Zustand kann oder will er sich aber nicht mehr so recht an Charlie erinnern. Was schlecht ist. Denn Charlie braucht dringend viel Geld, um dem blinden Blumenmädchen eine Augenoperation finanzieren zu können. Und so versucht er nun, auf alle nur erdenklichen Arten das nötige Geld zusammenzubekommen...