Burginsel Delmenhorst

Nach dem großen Erfolg 2009 wurde das Landesjugendorchester Bremen erneut auf die Burginsel Delmenhorst eingeladen. Gastgeber des großen Open-Air-Sommerkonzerts war das Delmenhorster Kreisblatt am Samstag, den 28. August 2010 um 20.00 Uhr.
Auf dem Programm standen in diesem Jahr unter dem Titel "Good old New World" tolle Werke amerikanischer Komponisten:

G. Gershwin: Ein Amerikaner in Paris
E. Korngold: Konzert für Violoncello und Orchester
M. Menke: Eine kleine Tischmusik
A. Copland: Old American Songs
L. Bernstein: Three Dance Episodes from "West Side Story"

Informieren Sie sich beim Delmenhorster Kreisblatt über das Konzert 2009 und 2010 unter http://www.dk-online.de/Nachrichten/Archiv/index.csp?artikel=5959800.


 

Mercedes Benz - Kundencenter

Starke Partner haben sich gefunden, um ein außergewöhnliches Event zu präsentieren: Erstmals luden die KfZ-Innung, die Handwerkskammer Bremen, Mercedes Benz Bremen und das Landesjugendorchester Bremen zu einem Konzert in der Übergabehalle des Mercedes-Benz Kundencenters Bremen ein:

am Sonntag, den 29. August 2010 um 11.00 Uhr

erlebte unser Publikum ein sommerlich festlich-erfrischendes Programm an einem besonderen Ort: unter dem Motto „Good old New World“ begaben wir uns auf einen Ausflug in die Welt der amerikanischen Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben den sehr beliebten "Symphonic Dances" aus L. Bernsteins weltbekannten Musical „West Side Story“, präsentierte das Landesjugendorchester Bremen Werke von G. Gershwin, A. Copland und E. Korngold, der als einer der bekanntesten Hollywood-Filmmusik-Komponisten gilt.
Das Landesjugendorchester Bremen, geleitet von Prof. Stefan Geiger, zählt zu den herausragenden Landesjugendorchestern in ganz Deutschland und begeisterte in den letzten Jahren durch zahlreiche Konzerte, von denen die Vertonung des Ringzyklus’ Richard Wagners als der „Ring ohne Worte“ (Bearb. von Lorin Maazel) einen Höhepunkt darstellte. Neben den „klassischen Konzerten“ kennen viele Bremer das Landesjugendorchester durch seine Filmmusikbegleitungen in der Bremer Glocke und dem Kino 46, bei dem unter anderem Stummfilmklassiker von Charlie Chaplin, Buster Keaton, u.a. oder auch das berühmte Stummfilmepos „Metropolis“ aufgeführt wurden.

 

Kritik im Weser Kurier, 30.08.2010


Bombastische Knalleffekte
Das Landesjugendorchester im MB-Kundencenter


Von Gerd Klingeberg Bremen.
Wozu teure Musikinstrumente kaufen, wenn es ein paar Kochlöffel ebenso tun? Menkes "Kleine Tischmusik" für vier stilecht mit Schürze und Kochkäppi bekleidete Schlagzeuger machte als schlagkräftige Lehrstunde in Sachen Kochlöffelrhythmik mächtig was her. Dass sich dabei einige der entfremdeten Rührutensilien in ihre Einzelteile zerlegten, erhöhte noch den Spaßfaktor.
Aber das Landesjugendorchester Bremen unter dem Dirigat von Stefan Geiger hatte bei seiner Matinee im MB-Kundencenter erheblich mehr zu bieten. Impulsbetont, dabei beschwingt und mit schwelgerischer Klangfülle intonierten die jungen Musiker Gershwins effektvolle Tondichtung des Amerikaners in Paris, mit quirligem Großstadtgewusel und trötendem Gehupe, lebensfroh swingend bis bigmacmäßig üppig aufgetragen, aber auch mit besinnlichen, fast entrückt wirkenden Partien.
Von ähnlich filmesker Bildhaftigkeit geprägt war auch Korngolds Cellokonzert C-Dur, bei dem Johannes Krebs seine solistischen Qualitäten bewies und so das gelegentlich etwas diffus agierende Orchester klar dominierte. In gleichem Maße überzeugte Bassbariton Sebastian Naglatzki. Er trug die "Old American Songs" von Copland mit geschmeidiger und tragfähiger, partienweise allerdings etwas zu voluminöser Stimme vor. Besondere Publikumsresonanz erzielte seine orchestral passend untermalte, humorvolle Farmergeschichte mit nutzviehischer Geräuschimitation.
Absolute rhythmische Sicherheit des Ensembles auch bei teils rapiden Wechseln war Grundvoraussetzung für einen gelungenen Vortrag von Bernsteins "Symphonic Dances from West Side Story". Und hier konnte das in voller Besetzung angetretene Orchester eindrucksvoll punkten mit bombastischen Knalleffekten etwa im Prologue oder im Mambo, der mit imposanter Dynamik fast die Halle zu sprengen schien, um dann in hervorragender Balance der stark kontrastierenden Themen umzuschwenken zum anrührend schönen "Somewhere".



© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Verdener Nachrichten Seite: 18 Datum: 30.08.2010

Die Solisten im Sommer 2010

Johannes Krebs

Johannes Krebs, 1974 in Goslar geboren, begann schon mit 17 Jahren sein Cellostudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Weitere Studien folgten in Madrid und Köln, wo er nach einem sehr erfolgreichen Diplom sein Konzertexamen ablegte. Neben zahlreichen Preisen bei namhaften Wettbewerben in Deutschland und Europa, konzertiert Johannes Krebs in Europa, den USA und Südamerika. Kammermusikalisch und solistisch arbeitete er sowohl mit Kammermusikpartnern wie z.B. Gérard Caussé, Alexander Baillie oder Alexandra Troussova, als auch mit großen Orchestern wie z.B. den Bremer Philharmonikern, bei denen er mehrfach als Solist engagiert war. Rundfunk- und Fernsehproduktionen, sowie CD-Einspielungen für SONY folgten. Gerade erst veröffentlichte er eine Solo-CD mit Werken von Bach und Cassado, Brahms und Mozart. Seit 2010 hat er mit seinem Hamburger Streichsextett einen Plattenvertrag mit dem Label Hänssler Classic.

Im Orchester ist Johannes Krebs seit mehr als zehn Jahren tätig, wobei ihn seine Stationen über das „Ensemble Resonanz“, nach Basel, zum DSO Berlin, zum SWR Stuttgart und Baden-Baden/Freiburg, sowie nach Kopenhagen und zum Philharmonischen Staatsorchester Hamburg führten.

Seit 2006 ist er 1. Solocellist der Bremer Philharmoniker. Seit dem Wintersemester 2009/10 unterrichtet Johannes Krebs an der Hochschule für Künste Bremen.

Er spielt auf einem Cello von Carlo Antonio Testore, Mailand 1746.

 

Sebastian Naglatzki

Der Bassbariton Sebastian Naglatzki begann seine stimmliche Ausbildung bereits im Alter von sieben Jahren im Knabenchor Hannover, dem er bis zum Abitur angehörte. Schon in seiner Zeit im Knabenchor wurde er solistisch gefördert und ausgebildet. Nach dem Stimmbruch erhielt er darüber hinaus eine intensive solistische Gesangsausbildung bei Prof. Peter Sefcik. Er absolvierte sein Gesangstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zunächst bei Prof. Wolfgang Löser und danach bei Prof. Hanna Schwarz. Nach dem Erwerb des Diploms befindet er sich nun dort im Aufbaustudium Konzertexamen. Weitere künstlerische Anregungen erhielt er unter anderem von Prof. Mark Tucker, Prof. Robert Holl und Matthias Goerne.

Konzerte im Lied- und Oratorienbereich führten Sebastian Naglatzki bereits quer durch das gesamte Bundesgebiet in Konzerthallen wie die Musikhalle Hamburg oder das Konzerthaus Berlin und darüber hinaus unter anderem auch nach Wien, Prag und Mazedonien.

Daneben ist ein weiterer Schwerpunkt in seinem künstlerischen Schaffen die Oper. Er trat in den vergangenen Jahren mehrfach im Rahmen des Festivals „Musikalischer Frühling – Schloss Bleckede“ in Opern von Wolfgang Amadeus Mozart und von Domenico Cimarosa und im Rahmen des Festivals „Octogonale - Hamburg“ in verschiedenen Barockopern auf. Neben Produktionen an der Theaterakademie Hamburg wirkte er auch in einer Koproduktion der hessischen Theaterakademie und der Oper – Frankfurt in Benjamin Brittens „A Midsummer Night's Dream“ mit und gastierte in der Oper „Der Bär“ von William Walton an der Oper Kiel. In der kommenden Spielzeit wird er unter anderem als Gast am Staatstheater Braunschweig zu sehen sein.

Sebastian Naglatzki ist Preisträger des internationalen Wettbewerbs für verfemte Musik, des Maritim-Gesangswettbewerbs und des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2010. Außerdem ist er Stipendiat von „Yehudi Menuhin – Live Music Now“, des Richard-Wagner-Verbandes sowie der Franz-Wirth-Gedächtnisstiftung.